Wörterbuch / Glossar

Altholz: Bezeichnung für ältere Bäume oder Baumbestände, die deutlich über 100 Jahre alt sind.

Bewegungsjagden sind Jagdmethoden, an denen mehr als vier Personen beteiligt sind. Das Wild wird durch Jagdhunde und Treiber in Richtung auf die aufgestellten Schützen in Bewegung gebracht. Insbesondere bei der Jagd auf Schwarzwild ist eine sogenannte revierübergreifende Bewegungsjagd unter Beteiligung mehrerer Jagdreviere sehr sinnvoll.

Biodiversität: vielfältige Lebensgemeinschaften, große Artenvielfalt.

Biotop: Lebensraum, gekennzeichnet durch Faktoren der unbelebten Umwelt (z.B. Bach, Felsen, Geröllhalde).

Biozönose: Lebensgemeinschaft; das Gefüge der verschiedenen Arten von Lebewesen, die einen Lebensraum (Biotop) bevölkern. Dieses Gefüge befindet sich in einem bewegten (dynamischen) Gleichgewicht (biozönotisches Gleichgewicht).

Die Einzeljagd wird von einem einzelnen Jäger durch einen Ansitz oder durch eine Pirsch ausgeübt.

Als Entwicklungszone innerhalb von Nationalparken bezeichnet man diejenigen Bereiche, die die Ziele des Nationalparks noch nicht erreicht haben. Durch die Umwandlung der Nadelholzbestände sollen z.B. naturnahe Waldbestände begründet und entwickelt werden.

FFH: „Fauna-Flora-Habitat“; Ausgewiesene Schutzgebiete von europäischer Bedeutung heißen auch „FFH-Gebiete“. Ihre Ausweisung erfolgt auf der Grundlage der 1991 erschienenen Richtlinien der europäischen Union. Die Schutzgebiete gehören zum Aufbau und zum Schutz des europäischen ökologischen Netzes. Dabei handelt es sich um seltene und einmalige Lebensräume aus gesamteuropäischer Sicht.

IUCN: International Union for Conservation of Nature and Natural Ressources. Die IUCN entwickelt auch internationale Richtlinien zur Ausweisung von Schutzgebieten.

Landschaftsschutzgebiete schützen insbesondere das Landschaftsbild. Sie werden aufgrund einer Rechtsverordnung ausgewiesen.

Ökosystem: Wirkungsgefüge zwischen Lebewesen verschiedenster Arten und ihrem Lebensraum; z.B. Waldökosysteme unterschiedlichster Ausprägung.

Nationalparke sind Schutzgebiete, in denen der natürliche Kreislauf nicht durch menschliche Eingriffe unterbrochen wird. Natur, Natur sein lassen und beobachten, wie die Natur sich weiterentwickelt. Nationalparke gliedern sich in Prozeßschutzzonen (Naturzonen, Naturschutz ohne Management) und Pflegezonen (Naturschutz mit Management). Sie werden aufgrund einer Rechtsverordnung ausgewiesen.

Der Nationalparkplan enthält die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele sowie die zu ihrer Umsetzung erforderlichen Biotopschutz- sowie Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen.

Dazu gehören insbesondere:
- die Waldumbaumaßnahmen für einen Zeitraum von 30 Jahren nach Inkrafttreten der 
  Nationalparkverordnung
- die Maßnahmen zur Optimierung der Offenlandlebensräume,
- der Wegeplan, 
- ein Konzept zur Besucherlenkung auf der Basis von naturschutzfachlichen
   Eckpunkten für   ein Tourismus- und Erholungsangebot "Natur- und Kulturerleben“,
- das zur Wildbestandsregulierung notwendige jagdliche Raumordnungskonzept,
 - die Anforderungen zur Erfüllung der obliegenden Verkehrssicherungspflichten,
- Der Nationalparkplan berücksichtigt in geeigneter Weise darüber hinaus die wertvollen
  Kultur- und Bodendenkmäler, die in einer gesonderten Fachkarte zusammengefasst sind.  

Naturmonument: Naturerscheinung. Ein Gebiet, das eines oder mehrere besondere oder natürlich-kulturelle Erscheinungen enthält, die, außerordentlich oder einzigartig, wegen der ihnen eigen Seltenheit, Beispielhaftigkeit, ästhetischen Qualität oder der kulturellen Bedeutung schützenswert sind.

Naturpark: Gebiete, die sich besonders für die Erholung eignen. Die Anerkennung eines Naturparks geschieht nicht wie in Natur- und Landschaftsschutzgebieten auf der Grundlage einer Rechtsverordnung.

Naturschutzgebiete schützen besondere Lebensgemeinschaften, seltene Tiere und Pflanzen vor menschlichen Eingriffen. Hierzu können vielfältige Naturschutzmaßnahmen erforderlich sein, um Lebensräume und Arten zu sichern, zu erhalten und zu pflegen. Sie werden durch eine Rechtsverordnung ausgewiesen.

Naturverjüngung: eigenständiger Nachwuchs von (Wald)Bäumen durch Keimung ihrer Samen (z.B. Bucheckern oder Eicheln).

Naturwart / Ranger: gehört zum Personal des Nationalparks. Hauptaufgabe der Naturwarte ist die Wahrnehmung der Umweltbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Nationalparke bieten über die Naturwarte geführte Wanderungen zu themenbezogenen Schwerpunkten an. Daneben erfüllen sie auch hoheitliche Aufgaben nach der Nationalparkverordnung.

Pflegezone: Naturschutz mit Management; Nach den Kriterien der IUCN sind Pflegemaßnahmen für naturschutzfachlich wertvolle Offenlandflächen, kulturhistorisch und geologisch wertvolle Flächen und Objekte durchzuführen.

Prozeßschutz: in der Fachwelt werden natürliche und ungestörte, natürliche Abläufe (Kreisläufe) als Prozess bezeichnet. Der Schutz besteht in der Gewährleistung und Sicherung dieser Kreisläufe ohne menschliches Eingreifen. Nationalparke weisen daher Prozeßschutz-zonen aus. Solche Naturzonen sollen bei nationaler Anerkennung mindestens 50 % der Fläche eines Nationalparks umfassen. Bei internationaler Anerkennung sollen mindestens 75 % der Flächen über ungestörte Kreisläufe verfügen.

Ruhe- oder Kernzonen sind jene Bereiche innerhalb eines Nationalparks, die besonders seltene und typische Lebensräume enthalten. Diese Bereiche sollten möglichst nicht durch
Wege zerschnitten werden, bzw. es gilt dort ein Wegegebot.

Totholz: abgestorbene Bäume. Totholz bietet einer Vielzahl von Arten Lebensräume, die in bewirtschafteten Wäldern nur unzureichend ausgebildet sind.

Als Umtriebszeit bezeichnet man in der Forstwirtschaft den Zeitraum, der notwendig ist, um das wirtschaftliche Ziel der Holznutzung zu erreichen. Bei der Fichte beträgt er idR 80 Jahre, bei der Buche 140 Jahre, bei der Eiche 180 Jahre.

Die Verkehrssicherung trifft grundsätzlich den Grundstückseigentümer. Er haftet für alle Schäden, die durch Gefahren von seinem Grundstück ausgehen. Flächen im Walde, die im besonderen Maße für die allgemeine Öffentlichkeit beworben und zugänglich gemacht werden, insbesondere Strassen, Parkplätze, ausgezeichnete Wanderwege usw. müssen auf augenfällige Gefahren regelmäßig überprüft werden. Gefahrenquellen sind zu beseitigen, z.B. trockene Äste, schief stehende Bäume, die auf Häuser, Strassen und Wege fallen können.

Waldgesellschaft, natürliche: spezifische Zusammensetzung aus heimischen Baum- und sonstigen Pflanzenarten, die sich je nach den Standortfaktoren auf natürlichen Weise, ohne direkten Einfluss des Menschen im Laufe der Zeit einstellen und damit ein ökologisches Optimum (Klimaxstadium) erreichen; im Nationalpark Siebengebirge sind dies überwiegend Buchenmischwälder.

Wegekonzept: Planung eines Wegenetzes innerhalb eines Schutzgebietes oder eines Nationalparks. Es besteht aus einem Wegebestand und einem Wegplan.

Wildniserlebnispfade sind schmale, enge Wege innerhalb eines Nationalparks, die dem Besucher natürliche Abläufe im besonderen Maße nahe bringen.