Fragen und Antworten

Manche verweisen für das Siebengebirge auf das Naturmonument als bessere Schutzgebietsform, warum geht dieser Hinweis fehl?

Naturmonumente sollen gemäß der IUCN kleinräumige Naturbesonderheiten schützen. Das Siebengebirge ist hierfür zu groß. Außerdem kennt das gültige Naturschutzrecht in Deutschland diese Schutzkategorie gar nicht.

Könnte das Biosphärenreservat eine alternative Schutzkategorie für das Siebengebirge sein?

Anders als mit dem Biosphärenreservat ist mit dem Nationalpark die Nutzungsaufgabe für die Forstwirtschaft verbunden. Dieser Trumpf spielt eine wichtige Rolle, da das Siebengebirge überwiegend aus Wald besteht. Gerade die Prozessschutzzonen ohne Forstwirtschaft sollen dazu beitragen, echte Buchenurwälder mit wirklich alten Bäumen, die ihr natürliches Lebensende erreichen dürfen, für die nächsten Generationen zu entwickeln.

Warum ist die Flächengröße von 4770 ha nur ein relativer Wert?

Es ist ganz klar, je größer ein Schutzgebiet ist, desto besser für die Natur in ihm. Trotzdem prägt nicht die Größe alleine die Möglichkeiten eines Gebietes. Wichtig sind auch die Gestalt des Gebietes und seine Umgebung. Das Siebengebirge ist stark aufgefaltet und bietet auf engen Raum eine extreme Vielfalt. Im Süden schließen sich sehr große, artenreiche Waldflächen in Rheinland-Pfalz an, so dass das Siebengebirge nicht isoliert in einer Siedlungs- oder Agrarlandschaft liegt.

Positionieren sich die Naturschutzverbände zum Nationalpark unterschiedlich?

Nur auf den ersten Blick! Alle Verbände schätzen das Siebengebirge mit seinen Möglichkeiten und Problemen ähnlich ein. Das wurde in einer gemeinsamen Erklärung vom 19.9.2008, an der auch weitere Vereine und Initiativen mitgewirkt haben, deutlich herausgestellt. Alle Verbände wollen zudem mit Nachdruck eine 'Mogelpackung' Nationalpark vermeiden - lediglich die Strategien und der Grad der Skepsis unterscheiden sich.

Wenn der Nationalpark nicht beschlossen wird, was passiert dann mit dem Naturschutz im Gebiet?

Kann das Land besondere Ausgaben für das Siebengebirge nicht mehr über das Label Nationalpark begründen, steht das Siebengebirge in einer Reihe mit 518 anderen Fauna-Flora-Habitat-Gebieten, die insgesamt schon heute nicht genügend Geld erhalten. Das kann politisch gewollt sein, würde jedoch dem Siebengebirge auf jeden Fall Nachteile bereiten. Viele innovative Schutz-, aber auch Bildungsmöglichkeiten wie die Entwicklung urwüchsiger Wälder ohne Forstwirtschaft, eine naturschutzgerechtere Wildbestandsregulierung und eine intensive Umweltbildung werden ohne Nationalpark nicht möglich sein!

Warum schließt sich Rheinland-Pfalz den Nationalparkplänen nicht mit eigenen Flächen an?

Jedes Bundesland trifft souveräne eigene Entscheidungen. Zudem unterscheiden sich die Eigentumsstrukturen in den Wäldern. Richtig ist aber, dass eine Kooperation der beiden Bundesländer ein hervorragendes Nationalparkgebiet von weit über 15.000 ha ergeben würde. Wir sehen im Nationalpark Siebengebirge einen Anfang.