Definition - Nationalpark

Nationalparke repräsentieren in Deutschland ein nationales Naturerbe mit ihren typischen Lebensgemeinschaften (Ökosystemen). Sie sollen zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen. Die Vorgaben und Kriterien für die Ausweisung eines Nationalparks sind in den Naturschutzgesetzen des Bundes und der Länder festgelegt. Sie werden durch die internationalen naturschutzfachlichen Empfehlungen der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) ergänzt.

Nach nationalen Vorgaben muss ein Nationalpark

1.      großräumig und von besonderer Eigenart sein

2.      in einem überwiegenden Teil seines Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets erfüllen,

3.      sich in einem überwiegenden Teil seines Gebiets in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand befinden oder geeignet sind, sich in einen Zustand zu entwickeln oder in einen Zustand entwickelt zu werden, der einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik gewährleistet.

Nationalparke sollen auch der wissenschaftlichen Umweltbeobachtung, der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung dienen. Der Schutzzweck darf nicht beeinträchtigt werden. Wirtschaftliche Nutzungen der natürlichen Ressourcen durch Land-, Forst-, Wasserwirtschaft, Jagd oder Fischerei sind folglich weitgehend auszuschließen bzw. nur unter strikten Vorgaben der Naturschutzbehörden möglich. Nationalparkregionen stehen bei den Deutschen hoch im Kurs und tragen nachweislich zum Tourismusaufkommen bei. Die Mehrzahl von Befragten akzeptiert dabei Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit in sensiblen Gebieten. 

Derzeit gibt es in Deutschland 14 Nationalparke mit einer Gesamtfläche von 962.146 ha. Unter den großflächigen Bundesländern verfügen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz noch über keinen Nationalpark.

Nach den internationalen Management-Kategorien der IUCN ist ein Nationalpark ein Schutzgebiet, das hauptsächlich zum Schutz von Ökosystemen und zu Erholungs-zwecken etabliert wird. Es soll die ökologische Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme sichern, diesem Ziel abträgliche Nutzungen ausschließen und Naturerfahrungs-, Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote fördern. Um die internationalen Richtlinien der IUCN zu erfüllen, müssen Nationalparke mindestens auf  75% ihrer Fläche einem weitgehend naturnahen Zustand entsprechen und dürfen keiner dem Schutzzweck entgegenstehenden Nutzung unterliegen. Im Januar 2004 wurden die Nationalparke Eifel (NRW) und Kellerwald - Edersee (Hessen) neu ausgewiesen. Bei diesen beiden Gebieten handelt es sich überwiegend um Waldökosysteme, die bisher im Nationalparksystem Deutschlands unterre-präsentiert waren. Die Ausweisung des Nationalparks Eifel trägt insbesondere im atlantischen Bereich zum Lückenschluss im bundesweiten Großschutzgebietssystem bei. Ein fachliches Ziel ist der Schutz bzw. die Wiederherstellung intakter Lebensräume für Luchs, Wildkatze, Biber und verschiedene Wald-Fledermausarten. Im Nationalpark Kellerwald - Edersee mit seinen geschlossenen Hainsimsen-Buchenwäldern wird es möglich sein, schon kurzfristig ca. drei Viertel der Fläche der natürlichen Entwicklung zu überlassen. 

In Deutschland gibt es noch weitere Gebiete, die sich als Nationalpark eignen, z.B. mit Blick auf Deutschlands Verantwortung für den Schutz von Buchenwaldökosystemen. Das Naturschutzgebiet Siebengebirge mit seiner einzigartigen Vielfalt wird zur Zeit diskutiert.